Südböhmen | Rubrik: Reise | 29.3.2014

Zwischen Urwäldern und Bauernbarock

Südböhmen, idyllische Verbindung von Kultur und Natur

Zwischen den Urwäldern und Hochmooren der Nationalparks Šumava/Bayerischer Wald, dem Wittingauer Teichsystem bei Třeboň, dem Lipno-Staausee und dem sanften Stufenland moldauabwärts entfaltet sich eine der facettenreichsten Regionen Tschechiens. Architekturjuwelen wie Český Krumlov und das Bauernbarock der unzähligen Dörfer und Weiler machen Südböhmen zum Ort, wo die Gegensätze zwischen Kultur- und Natur ihren Sinn verlieren. Etwas mehr Idylle, und es wäre fast Kitsch.

Kein Wunder, dass dies eines der beliebtesten Ziele für gestresste Städter und Seelenbaumler ist. Und die Statistiker geben ihnen recht: In Südböhmen wird man im Schnitt älter als anderswo in Tschechien, das Durchschnittsalter der Einwohner liegt mit 39 Jahren unter dem Landesdurchschnitt, die Abwanderungsrate auch.

Die Region im Überblick

Südböhmen (Jížní Čechy, amtlich Jihočeský kraj) ist eine der 14 Regionen Tschechiens. Sie grenzt im Westen an Deutschland, im Süden und Österreich und im Landesinneren an die nördlichen Regionen Pilsen und Mittelböhmen sowie Südmähren und Vysočina im Osten. Verwaltungssitz und gleichzeitig größte Stadt ist České Budějovice (Budweis), wo auch die einzige Universität der Region angesiedelt ist (etwa 11.000 Studenten).

Städte ( Einwohner

České Budějovice     95.071
Tábor     35.769
Písek     29.898
Strakonice     23.280
Jindřichův Hradec     22.300
Český Krumlov     13.752
Prachatice     11.712
Milevsko     9.158
Třeboň     8.840


Wirtschaft

Südböhmen ist eine agrarisch geprägte Region mit besonders intensiver Teich- und Forstwirtschaft. In der Landwirtschaft dominieren der Anbau von Getreide, Öl- und Futterpflanzen und Kartoffeln. Bei der Viehzucht überwiegen Rinder und Schweine. Der Anteil des Kreises an allen landwirtschaftlichen Betrieben im Staat beträgt rund elf Prozent.

Eine jahrhundertelange Tradition hat die Fischzucht (vor allem Karpfen, Schleie und Hecht), die in zum Teil riesigen Teichsystemen betrieben wird. Mehr als die Hälfte der tschechischen Fischproduktion stammtr aus der Region.

Die meisten Industriebetriebe befinden sich um Budweis, und in den Bezirken Tábor und Strakonice. Der Anteil an der Industrieproduktion in Tschechien beträgt 5 %. Wichtigste Branchen sind die Lebensmittelbranche, Transportindustrie, Maschinenbau, Bekleidungsindustrie und Bauindustrie.

Autor: Georg Pacurar
Zuletzt aktualisiert: 19.9.2015
Weitere Infos: Offizielle Website der Region, Touristisches Infozentrum Südböhmen, Wikipedia

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