Tipp der Redaktion

Shopping-Center in Prag: Palladium

Einkaufszentrum, Shopping Mall, Schandfleck?

Prag - Eines der bekanntesten Einkaufszentren Tschechiens ist das Palladium im Zentrum von Prag. Der am Platz der Republik (Náměstí republiky) gelegene Komplex gehört mit seinen rund 200 Geschäften und über 20 Restaurants zu den größten Einkaufszentren in Tschechien.

Seit 2007 kann man in diesem Konsumstempel nun fast alles kaufen, was das Herz begehrt: Bekleidung, Bücher, Lebensmittel, Kosmetika, Elektronik, Sportartikel, Spielzeug. Nahezu alle bekannten Marken, wie H&M, Douglas, Marc O'Polo, Marks & Spencer und viele mehr sind auf den fünf Etagen vertreten.

Alles nur Fassade

Doch war die gewählte architektonische Lösung bei der Errichtung des Einkaufszentrums sehr umstritten, da von dem historischen Gebäude nur die Fassade erhalten wurde.

Dabei hat der Gebäudekomplex eine lange Geschichte, die bis zur Zeit der Gründung der Prager Neustadt zurückreicht. Die Stelle, an der heute das Palladium steht, wurde erstmals 1350 bebaut, als hier ein Armenspital entstand. 1630 wurde ein Kapuzinerkloster gegründet, dessen Räumlichkeiten Mitte des 19. Jahrhunderts in eine Kaserne umgewandelt wurden, die Josefskaserne.

In der Zeit des Sozialismus verfiel das Gebäude zusehends. Mitte der 1990er Jahre, nach dem Abzug der Armee der Tschechischen Republik aus dem Objekt, wurde es von einem Investor gekauft, mit dem Ziel, hier ein Einkaufszentrum zu errichten.

Kritik

Das denkmalgeschützte Interieur der ehemaligen Kaserne wurde beim Umbau dem neuen Zweck des Gebäudes dermaßen stark angepasst, dass es de facto verschwunden ist.

Der massive Block des Einkaufszentrums passe sich nicht nur nicht organisch in das Umfeld der historischen Stadt ein, zudem habe die Vertiefung des Neubaus um mehrere unterirdische Stockwerke bis auf einige kleine Ausnahmen das wertvolle archäologische Gelände zerstört, lautete ein weiterer Kritikpunkt der Prager Denkmalschützer.

Das tschechische Nationale Denkmalamt (NPÚ) bezeichnete den Umbau daher in seiner Gesamtbewertung gar als "zweifellos einen der gravierendsten negativsten Eingriffe in die Prager Denkmalzone".  

Mag dem einfachen Konsumenten die Kritik der Denkmalschützer möglicherweise als eine eher akademische Frage erscheinen, so gibt es doch auch einige praktische Details, die von kauffreudigen Besuchern als Manko empfunden werden.

So gilt die Orientierung in dem großen Geschäftskomplex als schwierig. Böse Zungen behaupten gar, das Palladium sei nach dem Spiegellabyrinth auf dem Laurenziberg der beliebteste Irrgarten der Stadt. Dazu trägt unter anderem die unregelmäßige Positionierung der Rolltreppen bei, die stellenweise nur in eine Richtung führen.

Ein weiteres Minus: Öffentliche Toilettenräume gibt es in dem gesamten Gebäudekomplex nur zwei, gut versteckt im untersten und im obersten Stockwerk.

Öffnungszeiten

Das Palladium, dessen Name durch eine Befragung gefunden wurde und keinen historischen Hintergrund hat, ist dank seiner zentralen Lage gut mit der Tram und der Metro  zu erreichen (gelbe Linie B - Station Náměstí Republiky). Für Besucher, die mit dem Auto unterwegs sind, stehen in der Tiefgarage 900 Parkplätze zur Verfügung.

Die Geschäfte im Palladium haben Sonntag bis Mittwoch von 8.00 bis 21.00 Uhr und Donnerstag bis Samstag bis 22.00 Uhr geöffnet. Die Restaurants sind täglich von 8.00 bis 23.00 Uhr geöffnet, Supermärkte von 7.00 bis 22.00 Uhr. Die Tiefgarage ist rund um die Uhr in Betrieb. (cazf/nk)

Zuletzt aktualisiert: 13.12.2016
Autor: Carolin zum Felde

Info

Palladium

Náměstí republiky 1
110 00
Praha 1
infokiosek@palladiumpraha.cz
Tel: +420 225 770 250

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