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Konzertkritik: "Sting bezauberte das Prague Metronome Festival mit einem perfekten Konzert"

Prag - Headliner des ersten Abends des zweitägigen Prague Metronome Festivals war am gestrigen Freitagabend der britische Musiker Sting mit seiner Band. 

Nach Angaben des Veranstalters waren etwa 14.000 Besucher zum Open-Air-Auftritt des einstigen Police-Frontmanns auf das Messegelände in Holešovice gekommen. 

Wie tschechische Medien berichten, bestand das Programm des Musikers mit seiner Begleitband vor allem aus älteren Songs aus den 80er und 90er Jahren.  

"Sting spielte einen Hit nach dem anderen, zivil und ehrlich", betitelt der Online-Dienst Novinky.cz seine Rezension des Konzerts, wobei dem Musiker damit aus Sicht des Kritikers höchster Respekt gezollt werden soll. Denn, so das Resümee von Stanislav Dvořák für Novinky.cz: Sting "hinterließ den besten Eindruck und am Ende des Konzertes versprach er, dass wir ihn bald wiedersehen". Macht 90 Prozentpunkte von Novinky.cz für den Regenwaldschützer von der britischen Insel.

Auch der Kritiker der in Prag erscheinenden Tageszeitung Mladá fronta Dnes, Václáv Hnátek, dessen Konzertkritiken in Regel nicht gerade überschwängliche Begeisterung erkennen lassen, kommt diesmal zu einem eindeutigen Befund: "Der Abend gehörte Sting, das Festival bezauberte er mit einem perfekten Konzert." (nk)

Konzertkritik: "Sting bezauberte das Prague Metronome Festival mit einem perfekten Konzert"

Originalton: Bohuslav Sobotka erklärt seinen Rücktritt als Parteichef der tschechischen Sozialdemokraten

Prag - Seit Tagen hatten Medien über einen Führungswechsel bei der ČSSD spekuliert, die sozialdemokratische Führungsriege gab sich jedoch vielsagend wortkarg.

Am Mittwoch am frühen Abend, nach einer Sitzung des Spitzengremiums der Partei, trat die ČSSD-Spitze vor die Presse, Noch-Parteichef Sobotka machte es offiziell: Am morgigen Donnerstag legt er sein Amt als Parteivorsitzender nieder. 

Sein Nachfolger an der Spitze der ČSSD wird Innenminister Milan Chovanec, Spitzenkandidat und Zugpferd für die Parlamentswahlen im Oktober soll Außenminister Zaorálek werden. 

Als Grund für den Schritt nannte Sobotka die "Unruhe in der Partei" - vor dem Hintergrund immer deprimierender Umfragewerte, welche die ČSSD inzwischen bei nur noch etwas über zehn Prozent sehen.

Mit seinem Schritt stelle er seine eigenen Interessen hinter die der Partei zurück und wolle er dazu beitragen, dass die Sozialdemokraten ihren inneren Zwist überwinden und sich geschlossen im bevorstehenden Wahlkampf auf den politischen Gegner konzentrieren könnten, so Sobotka. 

Die Pressekonferenz im Originalton, veröffentlicht auf dem YouTube-Kanal der ČSSD. (nk) 

Originalton: Bohuslav Sobotka erklärt seinen Rücktritt als Parteichef der tschechischen Sozialdemokraten

Rammstein in Prag - Konzertkritik: "Cirkus Rammstein macht weiterhin Spaß"

Prag - Nach sieben Jahren gastiert die deutsche Band Rammstein dieser Tage wieder in der tschechischen Hauptstadt. 

Am Sonntagabend fand der erste von zwei Auftritten in der Prager Eden Aréna statt. Nach dem islamistischen Selbstmordattenat von Manchester unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen und bei hochsommerlichem Wetter, kamen Medienberichten nach zwischen 25 und 30 Tausend Zuschauer in die ausverkaufte Fußballarena in Prag-Vršovice. 

Dem Konzertereignis widmen die großen tschechischen Tageszeitungen in ihrer Kulturrubrik allesamt ausführliche Konzertkritiken. Einig sind sich die Rezensenten dabei, dass Rammstein auf der Bühne weiterhin eine unterhaltsame Show bietet und die Fans der Band ganz sicher von dem gestrigen Konzert nicht enttäuscht wurden. Immerhin spielten die Musiker rund eineinhalb Stunden, siebzehn Stücke insgesamt und reihten dabei einen Hit an den anderen (ein neues Album lässt weiter auf sich warten), garniert mit jeder Menge Pyroeffekten.  

Viele der deutschen Songtexte wurden dabei auch vom tschechischen Publikum mitgesungen.  

Der Kritiker der größten tschechischen Tageszeitung Mladá fronta Dnes, Václav Hnátek, gibt zu, dass man Rammstein musikalisch nichts vorwerfen könne, bekrittelt jedoch mangelnde Originalität der Show, die in der Regel mit Worten wie "kontrovers, provokant oder überraschend" beschrieben würde. Hnátek: "Nur in dieser Richtung erwartet man von Rammstein einfach mehr. Und weil die Musiker niemanden angezündet und nicht einmal wenigstens masturbiert haben (das Mikrofon zählt nicht), kann man die Prager Show im Kontext nur als zahm bezeichnen." Gesamturteil für das Konzert in Prozent ausgedrückt: 70 Prozent. 

Auch der Kritiker der Právo, Jaroslav Špulák, misst Rammstein im Hinblick auf ihre Show und pyrotechnischen Effekte an den von der Band selbst gesetzten Maßstäben, wenn er bemerkt, dass "bei den vergangenen Konzerten Rammstein einfach doch noch mehr Effekte" begleitet hätten. Allerdings ist auch Špuláks Gesamturteil klar: "Bands, die so eine Show bieten, gibt es auf der Welt nicht viele und Rammstein gehört zu den besten. Ihr erster Prager Abend hat deshalb auch gezeigt, dass ihr Ansatz den Zuschauer ganz sicher nicht langweilt." Fazit: 80 Prozent.  

Der Musikpublizist Antonín Kocábek zollt den Deutschen um Frontmann Till Lindemann in der Tageszeitung Lidové noviny ebenfalls Respekt: "Und obwohl die sechs Herren auf dem Podium nicht mehr zu den jüngsten gehören und trotz Schminke ihre 23 Jahre Abnutzung zu erkennen sind - bis zu einem müden, leblosen Herunterleiern altersschwacher Hits, so wie wir es von einigen anderen alternden Combos kennen, hat Rammstein es - beurteilt nach der aktuellen Prager Darbietung - insgesamt noch weit." Titel von Kocábeks Konzertkritik: "Cirkus Rammstein macht weiterhin Spaß". 

Setlist (gemäß Musicserver.cz): Ramm 4, Reise, Reise, Hallelujah, Zerstören, Keine Lust, Feuer frei!, Seemann, Ich Tu Dir Weh, Du Riechst So Gut, Mein Herz Brennt, Links 2-3-4, Ich will, Du hast, Stripped, Sonne, Amerika, Engel.

Das Zusatzkonzert findet am heutigen Montagabend ebenfalls in der Eden Aréna statt, Resttickets sind noch im Vorverkauf erhältlich. (nk)

Rammstein in Prag - Konzertkritik: "Cirkus Rammstein macht weiterhin Spaß"

Depeche Mode in Prag: "Der Kult ist dahin"

Prag - Im Rahmen ihrer "Global Spirit Tour" trat am 24. Mai im Prager Stadion Eden unter freiem Himmel vor rund 20.000 Zuschauern die britische Band Depeche Mode auf.

Für die Kultband, die ihren ersten Auftritt in Prag noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs im Jahr 1988 hatte, war es dabei bereits das zehnte Gastspiel in der Moldaumetropole. Und ebenso zuverlässig, wie die Band auf allen ihren Welttourneen in der tschechischen Hauptstadt Station macht, ebenso zuverlässig sind die jeweiligen Konzertarenen ausverkauft.

Zwei Tage nach dem islamistischen Selbstmordattentat auf dem Konzert der US-amerikanischen Sängerin Ariana Grande in Manchester, fand die Großveranstaltung unter verstärkten Sicherheitsmaßnahmen statt. Schon am späten Nachmittag herrschte rund um das Stadion in Prag-Vršovice Verkehrschaos.

Die Kritiker der großen tschechischen Tageszeitungen bewerten den Auftritt der Briten dabei durch die Bank weg als sehr gelungen.  

So fragt Tomáš Šťástka in der Tageszeitung Mladá fronta Dnes in Anspielung auf die aktuelle Depeche-Mode-Single "Wo ist die Revolution?" - um selbst die Antwort zu geben: "Das Prager Konzert am Mittwoch hat gezeigt, dass sie im Synthie-Pop-Königreich noch ganz weit weg ist. Sänger Dave Gahan sitzt fest auf seinem Thron und herrscht weiter über seine Untertanen in schwarz." Šťástkas Gesamtbewertung für das Konzert: 85 Prozent, wobei er als Manko eher Atmosphärisches anführt: Depeche Mode und Tageslicht, das passe eben nicht so recht zusammen.  

Nach Meinung des Rezensenten des Online-Dienstes Akutálně.cz Petr Adámek spielten die Musiker "selbstbewusst und mit Noblesse". 

Den Kultcharakter der Band wiederum hinterfragt Ondřej Bezr in der Lidové noviny,  der seinen Blick dabei auf das heutige Publikum richtet: "Nichts hat ewig Bestand - eine 'black celebration' hat im Eden, im Fußballstadion von Slavia, am Mittwoch nicht stattgefunden. Das, was die Band für eine, vielleicht sogar für zwei Generationen bedeutet hat, ist unwiederbringlich (weg). Heute handelt es sich im Grunde um eine Mainstreamgruppe, wenngleich unzweifelhaft der ersten Liga, zu der alle Leute ohne Rücksicht auf ihr 'Bekenntnis' gehen, was auch immer wir darunter verstehen mögen."

Ondřej Bezrs Fazit, das zugleich der Titel seines Artikels in der Lidové noviny ist: "Der Kult von Kult Depeche Mode ist dahin. Jetzt ist es eine Band für Ältere und Fortgeschrittene". 

Setlist (gemäß Musicserver.cz): Going Backwards, So Much Love, Barrel Of A Gun, A Pain That I'm Used To, Corrupt, In Your Room, World In My Eyes, Cover Me, A Question Of Lust, Home, Poison Heart, Where's The Revolution, Wrong, Everything Counts, Stripped, Enjoy The Silence, Never Let Me Down Again, Somebody, Walking In My Shoes, Heroes (David Bowie cover), I Feel You, Personal Jesus. (nk)

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