prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Kriminalität | 24.6.2015
Sichere Wertanlage entpuppt sich als Fälscherwerk

Prag - Versuche, Gold künstlich herzustellen, sind vermutlich ebenso alt wie die Gier nach dem Edelmetall. Woran Alchemisten und Magier bislang gescheitert sind, ist nun beinahe den sprichwörtlichen goldenen tschechischen Händchen gelungen.

So ist die tschechische Polizei ist im Rahmen von Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung in großem Stil einer Betrügerbande aus Zlín auf die Schliche gekommen, die falsche Goldbarren hergestellt hat.

Die Fundstücke präsentierte auf einer Pressekonferenz heute eine auf Bekämpfung von Korruption und Wirtschaftskriminalität spezialisierte Spezialeinheit der Polizei (ÚOKFK).

Nach Erkenntnissen der Kriminalisten stellte die falschen Goldbarren ein Betrügerquartett aus Zlín mindestens seit Februar dieses Jahres her und verkaufte diese an verschiedenen Orten für Beträge von jeweils 170.000 bis 200.000 Kronen. Echte Goldbarren haben einen Wert von etwa 250.000 Kronen.

Die 250-Gramm-Barren bestanden tatsächlich hauptsächlich aus Wolfram, das mit einer dünnen Schicht aus Gold überzogen war. Die Barren waren zudem mit dem Schutzsiegel eines schweizerischen Unternehmens und mit einer Prägenummer versehen.

"Es handelt sich dabei um eine sehr gelungene Fälschung, die ein Laie nicht von echten Goldbarren unterscheiden kann. Jedes auf diese Weise hergestellte Gussstück war zudem mit einem Ursprungszertifikat versehen", so der ÚOKFK-Pressesprecher Jaroslav Ibehej. Der Goldwert der falschen Barren betrug dabei jeweils etwa 50.000 Kronen.

Die drei Männer und eine Frau wurden in der Sache inzwischen offiziell beschuldigt. Die Polizei hat dabei sieben vollendete Fälle dokumentiert, in denen die Barren verkauft worden sind, geht jedoch davon aus, dass es noch mehr Geschädigte gibt. (nk)

Bildnachweis:
Policie ČR - Gefälschte Goldbarren mit Kern aus Wolfram
Themen: Gold, Betrug
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