Der Autor

Fragen an Konstantin Kowalewski:

  • Wie alt möchtest du werden? - So alt, wie ich noch selbstständig denken, fühlen und handeln kann.
  • Wie möchtest du sterben? - Wenn ich mit mir und der Welt im Reinen bin!
  • Worüber kannst du lachen? - Über das Duo Urban Priol und Georg Schramm (Deutsche Polit-Kabarettisten).
  • Welchen Traum möchtest du dir erfüllen? - Lebe deinen Traum! Träume nicht dein Leben!
  • Wie viel Geld möchtest du besitzen? - Soviel, dass ich ein normales Leben führen kann.
  • Ein Jahr auf einer Insel: Welche 3 Bücher nimmst du mit? - Saint-Exupérys: "Le Petit Prince", Sartres: "Le Mur" und mein Tagebuch.
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Blog

| Konstantin Kowalewski | Rubrik: Politik | 27.2.2018

Prag trauert um erschossenen Journalisten und dessen Lebensgefährtin

Seit Stunden legen Menschen am Denkmal des Heiligen Wenzels Blumen, Kerzen und Schilder mit Parolen nieder
  •  "Ein Kämpfer für die Wahrheit, der unvergessen bleibt."

Seit dem Bekanntwerden der Ermordung des slowakischen Journalisten Ján Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnírová drücken immer mehr Menschen ihren stillen Protest und ihre Trauer durch das Aufstellen von Kerzen und Schildern vor dem Denkmal des Heiligen Wenzels auf dem Wenzelsplatz in Prag aus.


Foto: KK

Ján Kuciak, der nach Berichten von Spiegel-Online investigativ zu innenpolitischen Fällen von Steuerbetrug, auch zu den sog. "Panama-Papers" recherchiert haben soll, wurde am Sonntag zusammen mit seiner Verlobten Martina Kusnírová tot in seiner Wohnung in Veľká Mača, das ca. 65 km östlich von der slowakischen Hauptstadt Bratislava liegt, aufgefunden. Nach Berichten der slowakischen Polizei sollen er und seine Lebensgefährtin durch Schüsse in Brust und Kopf augenscheinlich hingerichtet worden sein. Kuciak war seit 2 Jahren Redakteur beim Online-Portal Aktuality.sk, das zum Schweizer Konzern "Ringier Axel Springer" gehört, und zahlreiche weitere Medienprodukte in Polen, der Slowakei, Ungarn und Serbien betreibt.


Foto: KK

Die Prager Passanten, die seit Stunden auf dem Wenzelsplatz, aber auch vor der Slowakischen Botschaft Kerzen, Blumen und Beileidsbekundungen ablegen, sind schockiert über die Brutalität, mit der kritische Journalisten derzeit zum Schweigen gebracht werden. Ältere Tschechen, die nicht genannt werden wollen, erinnert der Fall an frühere Zeiten. Jüngere Tschechen brachten ihre Bestürzungen darüber zum Ausdruck, dass der tschechische Präsident Zeman erst im Oktober vergangenen Jahres Reportern eine Kalaschnikow-Attrappe in die Kamera hielt, was auch von Reporter ohne Grenzen als öffentliche Drohung verstanden und entsprechend kommentiert wurde. In die westlichen Medien schaffte dieser Vorfall es kaum. Er ging im allgemeinen Tumult um die tschechischen Präsidentschaftswahlen und einigen Trump-Äußerungen unter.


Foto: KK
 


Reporter ohne Grenzen kommentiert Zemans Kalaschnikow-Äußerung

Spiegel-Bericht mit Hintergrundinformationen



Sowohl in den tschechischen als auch in den slowakischen Sozialen Netzwerken brodelt es im Moment sehr aktiv. Während einige User behaupten, "Ausländer" hätten den Journalisten und seine Verlobte getötet, machen weitere wilde Gerüchte und Spekulationen die Runde. Insgesamt macht sich aber sowohl im Netz als auch in persönlichen Gesprächen mit Pragern ein Gefühl der Angst und Ohnmacht breit, dass solche Journalistenmorde auch hierzulande passieren könnten.

Prag, 27.02.2018

Konstantin John Kowalewski

Artikellink: https://www.prag-aktuell.cz/blog/prag-trauert-erschossenen-journalisten-...

Präsident Zeman präsentiert Journalisten eine Kalaschnikow.

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