Der Autor

Fragen an Konstantin Kowalewski:

  • Wie alt möchtest du werden? - So alt, wie ich noch selbstständig denken, fühlen und handeln kann.
  • Wie möchtest du sterben? - Wenn ich mit mir und der Welt im Reinen bin!
  • Worüber kannst du lachen? - Über das Duo Urban Priol und Georg Schramm (Deutsche Polit-Kabarettisten).
  • Welchen Traum möchtest du dir erfüllen? - Lebe deinen Traum! Träume nicht dein Leben!
  • Wie viel Geld möchtest du besitzen? - Soviel, dass ich ein normales Leben führen kann.
  • Ein Jahr auf einer Insel: Welche 3 Bücher nimmst du mit? - Saint-Exupérys: "Le Petit Prince", Sartres: "Le Mur" und mein Tagebuch.
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| Konstantin Kowalewski | Rubrik: Politik | 4.2.2026

90.000 demonstrierten in Prag für Präsident Petr Pavel und gegen rechte Polemik

Streit um Personalie Turek mobilisiert Zehntausende auf den Altstädter Ring und Wenzelsplatz
  • Das "Väterchen weint!" steht auf diesem Plakat. Eine Anspielung auf den von Tschechen verehrten Tomáš Garrigue Masaryk
  • Die Protestveranstaltung lief unter dem Motto: "Wir stehen hinter dem Präsidenten".
  • Mikuláš Minář auf der Großleinwand auf dem Wenzelsplatz
  • "Wir stehen hinter dem Präsidenten" steht auf dem Plakat.
  • Das Plakat ist eine eine spöttische Kritik – „Turek als Minister ist noch schlimmer als schlechter Kaffee"

Rund 90.000 Menschen haben sich am vergangenen Sonntagnachmittag im Prager Stadtzentrum versammelt, um ihre Unterstützung für Staatspräsident Petr Pavel zu bekunden. Die Kundgebung fand auf dem Altstädter Ring statt und wurde wegen des großen Andrangs auf den unteren Wenzelsplatz ausgeweitet, wo die Reden per Großbildschirm übertragen wurden.

Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative „Eine Million Augen-Blicke für die Demokratie“. Anlass war der eskalierte Streit zwischen Präsident Pavel und Außenminister Petr Macinka. Letzterer ist Vorsitzender der rechtspopulitischen Partei Motoristé sobě. Der Konflikt entzündete sich daran, dass Pavel sich geweigert hatte, Filip Turek, Parteikollege Macinkas, zum Umweltminister zu ernennen. Die Auseinandersetzung verschärfte sich, nachdem der Präsident Textnachrichten Macinkas veröffentlichte, die er als Erpressungsversuch wertete. Macinka bestreitet diesen Vorwurf und lehnt eine Entschuldigung ab.

Während der Kundgebung skandierten die Teilnehmer Parolen wie „Lang lebe der Präsident!“ und trugen die Fahnen Tschechiens und die der Europäischen Union sowie Transparente mit Aufschriften wie „Das Väterchen weint“ (gemeint ist Tomáš Garrigue Masaryk, der Präsident der ersten Tschechoslowakischen Republik) oder „Wir stehen hinter dem Präsidenten!“. Unter den Rednern war auch die Schauspielerin Jitka Čvančarová.

Warum demonstriert wurde, machten die Veranstalter deutlich: Es gehe nicht um eine einzelne Personalentscheidung, sondern um einen grundsätzlichen Präzedenzfall. Außerdem warfen Kritiker Filip Turek vor, in der Vergangenheit in sozialen Medien wiederholt rassistische, sexistische und homophobe Äußerungen sowie Anspielungen auf Nazi-Symbolik veröffentlicht zu haben. 

Politische Unterstützung erhielt die Kundgebung unter anderem von Zdeněk Hřib, dem Vorsitzenden der Piratenpartei. Hřib war von 2018 - 2023 regierender Oberbürgermeister von Prag. Bereits einige Tage vor der Demonstration veröffentlichte ein Foto, auf dem er ein Plakat mit der Aufschrift: "Die Piraten stehen hinter dem Präsidenten" hält. 

Das politische Klima in Tschechien ist derzeit - wie in vielen anderen EU-Staaten auch - aufgeheizt. Am 23. Januar 2026 veröffentlichte Hřibs Parteikollege Ivan Bartoš mehrere Fotos von seinem Büro in Kudná Hora, dessen Außenbereiche von einem Angreifer mit einer Axt verwüstet wurden. Außerdem soll ein "Zettel" mit einer Nachricht hinterlassen worden sein.

Bereits vor Beginn der Demonstration hatten mehr als 600.000 Menschen eine Petition zur Unterstützung von Präsident Pavel unterzeichnet. Die Organisatoren kündigten an, in zwei Wochen weitere Demonstrationen zu planen.

Bildnachweis:
Fotos: Konstantin Kountouroyanis

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