Der Autor

Kurzbiografie: 
KK, geb. im niedersächsischen Celle (Deutschland). Nach kaufmännischer Ausbildung und einigen Berufsjahren - bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften in Hannover - Studium der Germanistik (Geschichte/Politik) und Mathe/Informatik in Hannover.

1988 Reise in die USA zu journalistischen Recherchezwecken über die ersten Forschungsergebnisse in der Gen-Forschung/Altersforschung/Gerontologie (u. a. an der Johns-Hopkins University in Baltimore/Maryland und University of Florida in Gainesville).

Frühes Interesse an der Prager deutschen Literatur. 1996: Praktikant an der Karls-Universität Prag, 1997: Praktikant bei der Prager Zeitung. Dozent für DaF u. a. am Goethe-Institut Göttingen (seit 2006) und Goethe-Institut Prag (2012/13).

2021 - heute: Doktorand an der Masaryk-Universität Brünn
2014 - 2019: Forschung zu Rudolf Fuchs an der Karls-Universität Prag 
2001/2002: Assistant Professor an der Han-Nam University in Daejon/Süd-Korea.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen und Mitarbeiten u. a.:

-Kountouroyanis, Kostantin. „Nur Zeitungsleser sind's“, in: Ossietzky, Weltbühne e. V., essayistischer Vergleich (1926/2026) transnationaler Vermittlungsstrategien in politisch volatilen Zeiten, Heft 2/2026, S. 47 - 49
-Kountouroyanis, Kostantin. Die Ethik des Erinnerns! Trauma, Zeugenschaft und Würde in Han Kangs „Menschenwerk“. DaF-Szene Korea. Berlin: FALK e.V. - LVK, 2025, Heft 60, Nr. 1/2025, S. 103 - 119.
-Kountouroyanis, Konstantin. Rudolf Fuchs: An Underestimated Cultural Intermediary and Social Critic in Times of Conflict, in: Humanities 14,1 (2025), S. 11-25
-Kountouroyanis, Konstantin. Internationales Literatursymposium Ungar–Kafka. Ein Rückblick auf eine Tagung vom 4. bis 6. Oktober 2023 im Neuen Rathaus Brünn, in: Brücken: Zeitschrift für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft. Praha: Univerzita Karlova, 2024, vol. 31, No 1, p. 165-168. ISSN 1803-456X.
-Kountouroyanis, Konstantin. Der fernöstlich-deutsche Literaturtransfer unter dem Eindruck des Ukraine-Krieges, in DaF-Szene Korea - Vom Gehen, Kommen, Bleiben. Berlin/Seoul: Lektoren-Vereinigung Süd-Korea - FALK e.V., 2023, Bd. 57, S. 95 - 108
- Kountouroyanis, Konstantin: Über Rudolf Fuchs’ letztes unvollendetes Projekt im Londoner 
Exil: Der Deutsche Almanach aus der Tschechoslowakei,
in: Brünner Beiträge zur Germanistik 
und Nordistik, Nr. 37/1, Brno 2023, S. 47-68 
- Kountouroyanis, Konstantin: Von der Expressionismus-Debatte zum „post-expressionistischen Film“ - Kristin Eichhorn und Johannes S. Lorenzen geben regelmäßig erscheinende Aufsatzsammlungen zu expressionistischen Themen heraus, in: Literaturkritik im Verlag Literaturwissenschaft/Marburg, 07/2023, ISSN 1437-9309
- Kountouroyanis, Konstantin: Prag im | Feuilleton | in Prag (Internationaler Workshop in Prag v. 20.–22.9.2018), Konferenzbericht, in: Zeitschrift für Germanistik, hrsg. vom Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin, Neue Folge XXIX, Bd. 65, 2019, S. 404 - 406
- Konstantin Kountouroyanis/Gerhard Lauer: "Rudolf Fuchs über Franz Kafka - Eine unbekannte Werkbeschreibung aus dem Londoner Exil 1942". In: Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft, Internationales Organ für Neuere deutsche Literatur, Band 62, 2018, Seite 61 - 74, November 2018
- Konstantin Kountouroyanis: Rezension zu Suttner im Kontext – Interdisziplinäre Beiträge zu Werk und Leben der Friedensnobelpreisträgerin, in: Institut für Literaturforschung Prag. 23. Mai 2018
- "Suttner im KonText - Interdisziplinäre Beiträge zu Werk und Leben der Friedensnobelpreisträgerin", Johann Georg Lughofer (Hg.), Milan Tvrdík (Hg.) unter Mitarbeit v. Konstantin Kountouroyanis, Heidelberg 2017

Journalistische und schriftstellerische Tätigkeit seit dem 16. Lebensjahr. Tätigkeiten als Fotograf und Mediendesiger (Webdesigner/Programmierer).

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Weitere Einträge

Ein Vortrag von Hans Dieter Zimmermann in der Jerusalem-Synagoge
Nächste Vorlesung am 24.06.2024 in der Jerusalem-Synagoge
Vortrag im Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren
Mehrfach ausgezeichneter Journalist und Schriftsteller starb am vergangenen Samstag
Der fernöstlich-deutsche Literaturtransfer unter dem Eindruck des Ukraine-Krieges
Brünner nahmen interessiert die Vortragsreihe zu Hermann Ungar und Franz Kafka auf.
Vortrag von Prof. Renata Cornejo im Österreichischen Kulturforum Prag
Rede und Podiumsdiskussion von und mit Katrin Göring-Eckardt und Mons. Tomáš Holub in der Deutschen Botschaft Prag
Am 09.05.2023, 14:00 liest Stanislav Struhar aus seinem Buch: "Das Gewicht des Schattens" in Ústí nad Labem am Lehrstuhl für Germanistik, FF UJEP, Pasteurova 13
Trotz Corona konnten zahlreiche interessante tschechische Künstler*Innen ihre Arbeiten in Prag der Öffentlichkeit präsentieren.

Blog

| Konstantin Kountouroyanis | Rubrik: Kultur | 11.6.2025

Wenn Literatur Zeugnis ablegt

Wie Han Kang mit „Die Vegetarierin“ und „Menschenwerk“ weltweit Leser:innen bewegt
  • Han Kang (Foto © by Paik Dahuim)

Die Literaturnobelpreisträgerin des Jahres 2024 heißt Han Kang. Han Kang, geb. 1970, die in Deutschland mit ihrem Buch „Die Vegetarierin“ 2016 der breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde, beschreibt in ihrem Werk, den Transformationsprozess einer Frau innerhalb der koreanischen Gesellschaft. Yeong‑hye, eine unscheinbare Hausfrau und Grafikdesignerin in der koreanischen Hauptstadt Seoul, beschließt nach einem aufwühlenden Alptraum kein Fleisch mehr zu essen. Der Roman, eigentlich eine Parabel über Selbstbestimmung, körperliche Grenzen und die Konflikte zwischen Individualität und gesellschaftlichem Druck, wird zu ihrem Debüt auf dem deutschen Büchermarkt. Han Kangs Werke sind aber auch auf Tschechisch übersetzt und veröffentlicht worden. Die Literaturliste im Anhang gibt eine kurze Übersicht.

Han Kang ist keine Autorin, die bequeme Nachmittagslektüre schreibt. Sie greift gesellschaftliche Konfliktthemen auf und verarbeitet sie in ihren Romanen, so wie auch in „Menschenwerk“, ein multiperspektivischer Roman, der über einen Studentenaufstand in der südkoreanischen Stadt Gwangju handelt. Die Figuren mögen fiktiv sein, das Thema ist es keinesfalls. Denn in Gwangju, Han Kangs Geburtsstadt, ordneten südkoreanische Behörden 1980 die Niederschlagung einer studentischen Demonstration an. Im Roman berichtet die Erzähler:in, dass den Soldaten 800.000 Schuss Munition bereitgestellt worden sei, während Gwangju seinerzeit gerade mal 400.000 Einwohner zählte. Genug Kugeln also, um die gesamte Stadt zweimal zu töten.

Die gegenderte Terminologie „Erzähler:in“ findet in diesem Roman im präzisen Sinne des Begriffs Anwendung. Denn Han Kang lässt die Geschehnisse von 1980 aus der Perspektive von Frauen, Männern, Mädchen und Jungen (auch Kinder wurden durch das Militär getötet) und den sprechenden Seelen der Verstorbenen erzählen. Seelen, die beobachten, wie ihre Körper auf Militär-LKW geworfen, in einem Wald abgeladen und angezündet werden, um Spuren des Massakers zu vernichten. Doch das half nichts, denn der ARD-Journalist Jürgen Hinzpeter (1937 – 2016) war an diesem Tag zufällig in Gwangju und machte Film- und Fotoaufnahmen von der Niederschlagung, die kurze Zeit später über Tokio aus dem Land geschmuggelt nach Deutschland geschafft und im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurden. Erst durch diese Aufnahmen konnte die Weltöffentlichkeit von den blutigen Greueltaten erfahren. Han Kangs Roman ist also kein rein fiktiver Roman. Er ist die Verarbeitung eines kollektiven Traumas, das noch lange nach den Geschehnissen von 1980 in der koreanischen Bevölkerung anhält, denn bis heute sind die psychischen Narben der langanhaltenden Militärdiktatur sichtbar. Dies ist ein Grund, warum Han Kang den Roman auch nicht im Jahr 1980 enden lässt, sondern die Folgen der blutigen Niederschlagung bis in das Jahr 2010 weiterverfolgt.

Lohnenswert ist also ein Abgleich der Textpassagen aus dem Roman mit zeithistorischen Einträgen und historischen Dokumenten, um den Roman auch in der Tiefe zu verstehen, denn die koreanische Geschichte ist sehr komplex. Dieser Abgleich kommt zu einer Zeit, in der erneut autoritäre Reflexe weltweit um sich greifen. Genauso ein Abgleich wurde jüngst in der DaF-Szene Korea, einem Magazin für Deutschlektoren und Hochschuldozenten in Südkorea veröffentlicht und bietet eine Art Interpretationshilfe für den Roman. Die Rezension ist online frei abrufbar.

KOUNTOUROYANIS, Konstantin. Die Ethik des Erinnerns! Trauma, Zeugenschaft
und Würde in Han Kangs „Menschenwerk“. In: DaF-Szene Korea - nachgeDACHt. Berlin/Seoul: FALK e.V. - LVK, 2025, Heft 60, Nr. 1/2025, S. 103 - 119.
Link: https://lvk-info.org/daf-szene/aktuelle-ausgabe/

Webseite mit weiteren Werke von Han Kang beim Aufbau-Verlag Berlin: 
Link: https://www.aufbau-verlage.de/autor-in/han-kang

Auswahl einiger Werke auf Tschechisch:
Han, Kang. Vegetariánka. Přeložila Petra Ben-Ari. Vydání druhé, revidované. Praha: Odeon, 2023.
Han, Kang. Kde kvete tráva. Přeložila Petra Ben-Ari. Praha: Odeon, 2018. Světová knihovna; sv. 211.
Han, K. (2019). Bílá kniha (P. Ben-Ari, Přel.). Praha: Odeon. Světová knihovna; sv. 230.
Han, Kang. Neloučím se navždy. Translated by Petra Ben-Ari, Odeon, 2025. Světová knihovna, sv. 285.

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