prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Kriminalität | 16.10.2013
Autodiebe brachten Autos von Sachsen nach Tschechien und verkauften die Luxuswagen in Einzelteile zerlegt übers Internet

Dresden/Prag - Hand in Hand arbeiteten mehrere Monate lang Kriminalisten aus Sachsen und Tschechien bei der Aufdeckung einer auf Autoklau spezialisierten Bande zusammen, die von Tschechien aus operierte und Autos vor allem in Dresden stahl.

Über die im Februar begonnene Operation mit dem Decknamen PITRALON informierten heute das Landeskriminalamt Sachsen und das Amt zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (ÚOOZ) in Prag.

Mit Hilfe der Strafverfolgungsbehörden der Tschechischen Republik konnten demnach Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft Dresden erfolgreich umgesetzt werden. Basis für den vom 7. bis zum 10. Oktober durchgeführten Einsatz ist ein Verfahren der Abteilung für Organisierte Kriminalität der Staatsanwaltschaft Dresden, welches seit Anfang 2013 wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls gemäß § 244a StGB geführt wird.

"Die Maßnahmen richteten sich gegen elf männliche, tschechische Staatsangehörige im Alter zwischen 28 und 39 Jahren. Aufgrund der Ermittlungen ist davon auszugehen, dass die Beschuldigten Diebstähle hochwertiger PKWs, insbesondere der Marken VW und Škoda, und deren Transport in die Tschechische Republik organisiert haben. Dort wurden die Fahrzeuge zerlegt und über das Internet verkauft. Der Großteil der Diebstähle fand in Sachsen statt, wobei Dresden besonders betroffen war", so der Pressesprecher des LKA Tom Bernhardt.

Dem Bericht nach hatte das Amtsgericht Dresden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden fünf Haftbefehle, acht Durchsuchungsbeschlüsse und fünf Arrestbeschlüsse erlassen, die im Rahmen der internationalen Rechtshilfe in der Tschechischen Republik vollstreckt wurden. Unter der Leitung des ÚOOZ Prag und der Kreisstaatsanwaltschaft Děčín erfolgte dann der Einsatz im Großraum Děčín. Mehrere Beamte des Landeskriminalamtes Sachsen waren daran beteiligt, insbesondere an der Identifizierung von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen.

Bei der Durchsuchung der Wohnungen, Fahrzeughallen und Garagen der Beschuldigten konnten gestohlene Kraftfahrzeuge sowie eine Vielzahl an Fahrzeugteilen sichergestellt werden. Auch Personaldokumente, spezielle Entwendungstechnik, PC-Technik, Schmuck, höhere Bargeldbeträge, Mobiltelefone und eine Pistole der Marke Tokarev fanden die Ermittler. Unter den Kfz-Teilen befanden sich unter anderem drei Motoren, 23 Kopfairbags, 18 Türen, elf Sitze und acht Motorsteuergeräte. Der Umfang des sichergestellten Diebesgutes war so groß, dass zum Transport der Asservate ein Lkw zum Einsatz kam.

"Gegenwärtig sind 63 Kraftfahrzeuge konkreten Straftaten zuzuordnen. Über die Zuordnung von sichergestellten Einzelkomponenten konnten Verbindungen zu 15 weiteren Kfz-Diebstählen in der tschechischen Republik hergestellt werden. Wegen der Vielzahl der beschlagnahmten Gegenstände wird die Überprüfung und Auswertung noch einige Zeit in Anspruch nehmen", fasst Tom Bernhardt die Ergebnisse des Großeinsatzes zusammen.

Die Ermittlungen, so Bernhardt, zielten ganz konkret gegen die Organisatoren der Bande, die selbst niemals in Deutschland Diebstähle durchführten. Die Beschuldigten sollen demnächst an Deutschland ausgeliefert werden. (nk)

Themen: Autoklau, tschechisches Grenzgebiet, Polizeiberichte
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