Der Autor

Fragen an Konstantin Kowalewski:

  • Wie alt möchtest du werden? - So alt, wie ich noch selbstständig denken, fühlen und handeln kann.
  • Wie möchtest du sterben? - Wenn ich mit mir und der Welt im Reinen bin!
  • Worüber kannst du lachen? - Über das Duo Urban Priol und Georg Schramm (Deutsche Polit-Kabarettisten).
  • Welchen Traum möchtest du dir erfüllen? - Lebe deinen Traum! Träume nicht dein Leben!
  • Wie viel Geld möchtest du besitzen? - Soviel, dass ich ein normales Leben führen kann.
  • Ein Jahr auf einer Insel: Welche 3 Bücher nimmst du mit? - Saint-Exupérys: "Le Petit Prince", Sartres: "Le Mur" und mein Tagebuch.
  • Zum Kontaktformular (Wegen DSGVO und Upload-Filter geschlossen.)

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| Konstantin Kowalewski | Rubrik: Politik | 22.8.2019

Tschechen gedenken den Opfern vom 21. August 1969

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Kommunismus wird zum Protestmarsch gegen amtierenden Premierminister und Staatspräsidenten
  • Ca. 8 bis 10.000 Menschen gedachten den Opfern des Kommunismus und demonstrierten gegen Andrej Babiš und Miloš Zeman. Foto: K. Kountouroyanis
  • Ein Demonstrant erinnert an den Einmarsch der Warschauer Pakt-Truppen vor 51 Jahren. Foto: K. Kountouroyanis
  • Zahlreiche Demonstranten erschienen mit Transparenten, die eindeutig gegen den amtierenden Premierminister und Ministerpräsidenten gerichtet waren. Foto: K. Kountouroyanis
  • Die Angst vor einem Wiedererstarken des Totalitarismus in Tschechien ist groß. Foto: K. Kountouroyanis
  • "Wir waren hier und wir stehen hier für all die Menschen, die ihr getötet habt." Sollen die Fußabdrücke vor der Parteizentrale der Kommunisten und auf dem Platz vor der Burg bedeuten. Foto: K. Kountouroyanis

Wie ein Pop-Star wurde Kamila Moučková von der jubelnden Menge begrüßt. Die 1928 im mährischen Jihlava geborene Frau berichtete im tschechoslowakischen Fernsehen als erste und letzte über den Einmarsch der Truppen der Warschauer Paktstaaten in die Tschechoslowakei im August 1968. Danach erhielt sie bis zur Wende 1989 Berufsverbot und musste sich mit unterschiedlichen Gelegenheitsjobs durchschlagen. Ab 1990 arbeitete sie wieder beim tschechischen Fernsehen. Seit 1994 bei Radio Free Europe. 
















Foto: K. Kountouroyanis

Die hochbetagte Moderatorin war Teil einer Rednerkette, die am 21. August 2019 auf dem Prager Wenzelsplatz zum Auftakt eines Gedenkmarsches zu den Ereignissen vom 21. August 1969 sprach. Vor genau 50 Jahren wurde die letzte Demonstration gegen den Einmarsch der Sowjetarmee von Polizisten und Volksmilizen blutig niedergeschlagen. Es kam zu mehreren Toten und Verwundeten unter den Demonstranten. 

Kamila Moučková erhielt 20 Jahre Berufsverbot unter den Kommunisten.
Foto: K. Kountouroyanis

Nach der Kundgebung am Wenzelsplatz, bei der mehrere weitere Zeitzeugen sprachen und u. a. vor einem Wiedererstarken der Kommunisten in Tschechien warnten, begab sich der Demonstrationszug zum Sitz der kommunistischen Partei Böhmens und Mährens, der ÚV KSČM. Schätzungsweise 8000 - 10.000 Demonstranten nahmen an dem Zug durch die Innenstadt teil.

Unter wütenden Protestrufen legten die Demonstranten von heute einen Sarg für die getöteten Demonstranten vom August 1969 direkt vor dem Eingang der Parteizentrale nieder und zeichneten die Umrisse ihrer Füße mit Kreide auf dem Kopfsteinpflaster ab. Anschließend bewegte sich der Zug zum Burgplatz vor der Prager Burg, wo die Veranstalter (zu der Veranstaltung aufgerufen hatte das Netzwerk „Eine Million Augenblicke für die Demokratie“) erstaunliche Parallelen zwischen den Ereignissen in der Tschechoslowakei und dem heutigen Tschechien zogen. Auch hier hinterließen die Teilnehmer der Demonstration ihre Fußumrisse mit Kreide auf dem Kopfsteinpflaster vor dem Regierungssitz des Präsidenten. Die Botschaft ist eindeutig.

Wir haben mit dem deutschstämmigen Richard Herrmann, der Teilnehmer der Demonstration war, gesprochen und ihn gefragt, wie er die Kundgebung empfunden hat. Das ganze Interview und ein Kurzbericht über die Demonstration kann unter diesem Text als Video abgerufen werden.

Prag, 22.08.2019

Konstantin John Kowalewski
 
Gedenkveranstaltung für die Opfer des Kommunismus am 21.08.2019

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