
Erwähnte Spiele: England – Kongo 2:1, Belgien – Senegal 3:2 n.V., Portugal – Kroatien 2:1, Spanien – Österreich 3:0, Schweiz – Algerien 2:0
Auch nach Deutschlands Ausscheiden geht die Weh Emm weiter, England und Belgien verhindern einen weiteren Bedeutungsverlust Europas in der Welt. Harte Arbeit war's für das Team des deutschen Trainers T. Tuchel, denn der kongolesische Torwart hatte einen Sahnetag erwischt und Bellingham in der ersten Hälfte mit seinen Paraden zum Wahnsinn getrieben. Auf der anderen Seite spielten die Afrikaner mutig nach vorne, erzielten früh ein Tor (Schuss in die kurze Ecke, da sieht der goalkeeper immer schlecht aus) und die Tuchel-men kamen im ersten Viertel überhaupt nicht mit dem Gegner zurecht.
England ab dem zweiten Viertel besser
Im zweiten Viertel, also nach der als Hydrationspause deklarierten Werbeunterbrechung, lief es runder, doch beinahe hätte Kongo kurz vor der Pause erhöht (Pfosten!). Leider verließ den Kongolesen im dritten Viertel der Mut, also nach der großen Werbeunterbrechung, bei der die Spieler den Platz verlassen müssen, welcher dann hydriert und von den unzähligen Rotzflecken gereinigt wird. Die Spieler können die Zeit nutzen, um etwa aufs Klo zu gehen und dort heimlich eine zu rauchen oder „vapen“, ehe es dann weitergeht. Neuerdings muss dann immer noch einer vom staff vor die Kamera der mixed zone treten und ein paar Plattitüden raushauen, damit die Hobbypsychologen daraus auf die Stimmung in dem magischen Ort „Kabine“, einer black box für die Öffentlichkeit, herumrätseln können. Hätt' er nicht in die Bux geschissen, hätt' er den Ball halten können...
Onkel Kane muss es machen
Ob es in der Kabine bei den Engländern gerauscht oder gescheppert hat oder bloß laut war, wissen wir nicht, doch die Viertel drei und vier, früher bekannt als „zweite Halbzeit“, gehen eindeutig an sie, Kongo traut sich kaum noch aus der eigenen Hälfte, hält aber lange die knappe Führung, auch weil Rashford einfach nicht trifft. Wenn's keiner macht, dann kommt uncle Harry und es klingelt, gleich zwei Mal im Tor der Afrikaner, die damit rausgekegelt sind.
Belgien dramatisch
Zwei Stunden später, wieder das Duell Afrika gegen Europa, Senegal gegen Belgien. Die Afrikaner führen früh und setzen sogar noch einen drauf. Am Ende des dritten Viertels deutet nichts auf eine Wende in diesem Stück. Einige Auswechslungen später sieht es nicht besser aus, immerhin kämpfen sich die Belgier permanent vor das Tor des Gegners. Fünf Minuten vor Schluss trifft endlich Lukaku, eigentlich auch ein Afrikaner, zum Anschluss. In der Nachspielzeit faustet der kongolesische Torwart an einer Flanke vorbei, die einem Belgier auf den Kopf fällt und von dort ins Tor hüpft, Ausgleich! In einer ähnlichen Situation hat Belgien bei der Weh Emm vor acht Jahren gegen Japan den Siegtreffer noch in der Nachspielzeit erzielt, diesmal gibt es eine Sonderschicht, in der ein Elfmeter das Spiel dreht. Senegal ist von der Rolle, die Nerven versagen und danach dürfen die Spieler endlich nach Hause fahren.
Später gibt es noch ein drittes Duell Afrika gegen Europa, Schweiz gegen Algerien, das ich nicht sehe, aber das angeblich die Schweiz locker dominiert, auch dank Embolo, auch eigentlich ein Afrikaner. Ach, ich höre besser auf damit, sonst lande ich noch bei Frankreich und das nimmt kein gutes Ende.
Ein deutscher Trainer raus
Davor sehen wir aber noch einen weiteren deutschen Trainer, diesmal auf der Bank von Österreich, R. Rangnick, der Erfinder des Umschaltspiels, der in seiner radikalen Phase seinen Mannschaften den kreativen Spielaufbau verboten hat. Der Mann scheint gemäßigter mit den Jahren, doch im Duell mit Spanien sieht man nicht viel Spielaufbau bei seinen Mannen. Österreich hat quasi keine Chance und streicht mit dreinull letztlich klar die Segel und dampft nach Hause zu Erdäpfelsalat und Kaiserschmarrn. Ansonsten fliegt aus Europa nur Bosnien und Herzegowina raus, die mussten aber auch gegen die USA spielen, die beim Obermaga von Trumpistan immer noch um Anerkennung ringen und dafür mindestens ins Finale kommen müssen, wenn nicht sogar weiter.
Verschwörung der Vierzigjährigen
Edin Dzeko, der leider nur den Pfosten trifft, kann sich ganz auf die Saisonvorbereitung bei Schalke 04 konzentrieren, die zur Abwechslung mal eine Bundesligasaison ohne Abstieg spielen wollen. Überhaupt ist diese Weh Emm eine Verschwörung der Forties, die so gut wie nie aufzuspielen scheinen. Neben Neuer und Dzeko sind da auch noch Modric und „es gibt nicht nur einen Scheiß-“ Ronaldo, die letzteren spielen gleich mal gegeneinander. Ist das Teil einer raffinierten Kampagne für den Obermaga, so alt wie Dzeko und Modric oder C. Ronaldo und L. Messi zusammen, um dem Volk die Qualitäten des Alters zu preisen? Bei G. Infantino, dem Oberstrippenzieher des Weltballtreterkartells – angeblich hat der auch Michel Platini in den Knast gebracht – ist diese politische Unterstützung partout nicht auszuschließen.
C. Ronaldos neue Rekorde
C. Ronaldo stellt in diesem Spiel einen neuen Weltrekord auf. Als erster C. Ronaldo schießt er in einem Raushauspiel ein Tor, wenn auch nur einen schnöden Elfmeter, feiert das aber wie die Erlösung von allem Übel. Der Cosmos CR7 strotzt nur so von Weltrekorden, doch der Trainer wechselt trotzdem kurz danach aus, denn in diesem heißen Spiel kann Portugal keinen Stehgeiger mitschleppen, der vorne nur auf seine Chance lauert.
ist es der VAR und die gnadenlose Technikhörigkeit, die das Spiel entscheidet. Im Ball befindet sich nämlich jetzt ein Chip – früher war da nur Luft drin – der messen kann, mit welchem Shampoo ein Spieler seine Haare gewaschen hat. In der Nachspielzeit der Nachspielzeit erzwingt Kroatien den Ausgleich, eigentlich ein Eigentor, doch irgendwie konstruiert der Chip im Ball daraus ein Abseits, weil ein Kroate den scharfen Flankenball mit seiner Haarpracht touchiert hat und somit den Zeitpunkt des Abspiels verschiebt, der dann den Spieler, der anschließend den Ball irgendwie ins Zentrum bringt, wo ihn schließlich ein Portugiese ins eigene Tor befördert – oder war dann der hinter ihm stehende Kroate mit einer Haareslänge noch beteiligt? Um ein Haar also hätte es noch Verlängerung gegeben, so aber darf C. Ronalde auch in der nächsten Runde neuen Weltrekorden im Cosmos CR7 nachjagen, vielleicht wird er ja der erste C. Ronaldo, der in einem Achtelfinale in den USA ein ganzes Spiel auf der Bank sitzt? Gegner ist dann Spanien, da könnte der Trainer, übrigens ein Spanier, auf die Idee kommen, wieder alle Kräfte zu benötigen.
P.S.: Gerade kommt die Meldung rein, dass J. Nagelsmann, Jahrgangsbester der Generation Laptoptrainer, schweren Herzens sein Traineramt bei der deutschen Männernationalmannschaft aufgibt und den Platz für J. Klopp, dem Erfinder des Gegenpressings, freimacht, falls dieser denn möchte und der Verband noch genug Geld hat, diese Bereitschaft auch zu honorieren.