
Viertelfinale: Frankreich – Marocco 2:0, Spanien – Belgien 2:1
Die megagigagaga Weh Emm, die größte und beste aller Zeiten, unübertrefflich für alle Zukunften des Fußballs, biegt in die Zielgerade ein. Dummerweise wird die europafeindlichste Weh Emm aller Zeiten (wer Fernsehzuschauer zu Hause haben möchte, muss mittags spielen, etwa in Houston, Texas; wer zu einer angenehmeren Ortszeit antreten möchte, reißt die Fans zu Hause aus dem schönsten Tiefschlaf) biegt in die Zielgerade ein. Sechs von acht lautet das Übergewicht Europas, mit England (Teilrepublik von Großbritannien), Norwegen und der Schweiz ist allerdings die Hälfte kein EU-Mitglied.
Erdögans Gipfelgeschenke
Der Obermaga von Trumpistan ist derweil aus Ankara zurückgekehrt, mit einem schönen Geschenk im Gepäck. (Nein, nicht wieder eine Boeing wie aus Katar.) Es handelt sich um einen Revolver mit sechs Schuss scharfer Munition, ausgesucht vom Oberchef der Türkei (ein Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs). Während die Presse noch rätselt, was dieses Geschenk an alle Staatschefs des NATO-Gipfels bedeuten soll, plaudert Tschechien Präsident Petr Pavel, zuvor die Nr. 2 der NATO (einem Militärbündnis, gegründet nach dem Zweiten Weltkrieg als Instrument im Kalten Krieg unter der Führung von Trumpistan, einst als Vereinigte Staaten von Amerika bekannt; ausgehöhlt, sinnentleert und demnächst verschrottet vom Obermaga von Trumpistan; das „T“ bedeutet übrigens nicht „trust“, also Vertrauen), das Geheimnis aus: Erdögan (sprich: Erdö'an), Chef aller Türken, auch derer in Westeuropa, Unterhalter funktionierender Kontakte mit dem Chef aller Russen und Russländer - letztere werden übrigens bevorzugt an der Fron in der Ost-Ukraine oder Neu-Russland, je nach Sprachgebrauch, verheizt - weiß mehr als er sagt und weist in vollendeter orientalischer Andeutungssprache auf den Ernst der Lage hin. Ende September, so sagt Pavel voraus, wird’s heiß, dann wird der ehemalige KGB-Unteroffizier an der Spitze von Russland („the bear in the woods“, „the evil empire“: gängige Attribute von R. Reagan, ein Vorgänger des Obermagas und B-movie-Schauspieler, dem Vorgängerstaat Russlands zuerkannt) eskalieren. Also die Weh Emm können wir noch zu Ende spielen und in die nächste Saison starten, danach bleibt kein Stein mehr auf dem anderen, so die düstere Prognose.
Morddrohungen an den Obermaga
Der Obermaga hingegen hat bereits die beste Ausrede vorbereitet, nicht zum Finale zu müssen, falls ihm die Teilnehmer nicht passen. Spießgeselle Netanyahu in Sachen Iran-Kleinkriegen, warnt ihn eindringlich vor konkreten Attentatsplänen seitens des Mullah-Regimes. Während sein Gegenüber, der ehemalige KGB-Scherge in Russland, mit dem bewährten Trick der Doppelgänger arbeitet – mal sieht er älter, müder oder gebrechlicher aus, dann wieder überraschend frisch und unternehmenslustig („lasst uns heute doch mal Berlin bombardieren“) - ist das beim Obermaga schwierig, der wo er steht und geht eine toxische Spur von Drohung, Ignoranz und Aufgeblasenheit legt, die schwer zu imitieren ist. Wie geht es wohl weiter mit der Welt nach dem Finale, das bereits in einer Woche stattfindet? Werden wir dann den Computer öffnen und statt den Bildern vor dem Hintergrund eines beneidend grünen Rasen wieder ständig die immergleichen Fratzen des Obermagas und des ex-KGB-Unteroffiziers sehen? Gibt Deutschland dann den gesunden Menschenverstand auf, in die Zange genommen von den Drohungen von rechts (ex-KGB-Unteroffizier) und links (Obermaga) und ausgehöhlt von geistig-moralischen Deserteuren, gepäppelt mit deren Hirnwasch und Geld? Sie sehen, es bleibt spannend, lieber Leser, auch nach der Weh Emm.
Afrikas letzter Vertreter raus
Nur leider nicht beim Spiel Frankreich gegen Marokko, in dem der letzte Vertreter Afrikas, das eigentlich eine europäische Mannschaft ist (→ Diaspora-Fußball), eliminiert wird. Andererseits sind die Spuren Afrikas im französischen Fußball unübersehbar, wie auch bei vielen anderen europäischen Mannschaften, so dass man von solchen geographischen Zuschreibungen absehen kann. Es geht eigentlich nur um den Vereinssitz und der Ort, wo die Heimspiele ausgetragen werden, nicht um die Spieler
Marokko hat nicht den Hauch einer Chance und das, obwohl K. Mbappé mal einen Elfmeter verschießt, was echt selten vorkommt. Das ist aber auch eine Crux mit der modernen Technik und ihrer Anwendung im Fußball, der VAR überprüft minutenlang, wo es nichts zu überprüfen gibt, dann klärt der Schiedsrichter über Paragraph 3, Absatz 4 in der Lesung von 2024, geändert 6/2026 der Regelung der maximalen Schnürsenkellänge des Standbeins beim Ausführen eines Strafstoßes vor und nach der ersten Bewässerungspause auf, so dass Mbappé den Ball lieber in die Hände des Torwarts schießt, da die Hälfte der Fernsehzuschauer mittlerweile die Bedürfnisanstalt oder die Erfrischungszone aufgesucht haben.
Mbappé trifft aus 16 m
Den Fehlschuss macht er dann in der zweiten Hälfte wieder gut, ich denke gerade, irgendwie ist es still auf dem Rasen geworden und will den Ton auf meinem Computer lauter stellen, da springt die live-Übertragung zur Einfahrt des Mannschaftsbusses ins Stadion. Ich komme gerade wieder in die Übertragung rein, als der Ball im Netz zappelt, natürlich Mbappé, mit einem typischen Mbappé-Tor, ein Millimeter Platz genügt ihm am Sechzehner, dann fliegt der Torwart schön, aber vergebens in die lange Ecke, Frankreich führt und jeder weiß, das ist die Entscheidung. Viel später, als nach dem Spiel die Experten auch die Entstehung des Treffers analysieren, sieht man ein mutmaßliches Handspiel bei der Balleroberung vor der Entstehung des Tores, das aber vorsichtshalber kameratechnisch nicht weiter analysiert wird. Das hätte man durchaus auch abpfeifen können und bei anderen Mannschaften auch getan, doch hier hilft es, damit alles nach Plan läuft.
Dembelé macht etwas später den Deckel drauf, von Marokkos Offensive ist wirklich nicht viel zu sehen. Der erste Ball aufs französische Tor segelt in einem schönen Bogen nach einer verunglückten Abwehr Upamecanos einer verzweifelten Halbfeldflanke auf das Tornetz, das war ästhetisch wertvoll. Später versucht's ein Marokkaner mit einem Fernschuss, halbhoch, rechts vom Torwart, nicht allzu platziert, kein Problem. Beim Aufwärmtraining hält der solche Bälle en masse et en meng, wie man in meiner französisch beeinflussten Heimat sagt. Mbappé kann sich dann auch mal auswechseln lassen, bevor die Marokkaner ihn aus Frust kaputttreten, dann war es das für die Nordafrikaner, für's Halbfinale reichte es diesmal nicht.
Zu viele Ausfälle
Am folgenden Tag wird dann Frankreichs Gegner ermittelt. Vor dem Spiel vertraue ich zweien meiner Kunden, mit denen ich auch etwas über die Weh Emm plaudere, mein Traumfinale an: Belgien gegen die Schweiz. Das fände ich einfach klasse, das unglamourös-möglichste Finale wäre das, mit Lukaku, einem B-Superstar auf der Ersatzbank, mit Granit Xhaka und Spielern wie Urs Freuler oder Alexis Saelemaekers. Genau das hätte diese Weh Emm verdient, um mich noch in zehn Jahren daran zu erinnern.
Leider geht mein Traum nicht in Erfüllung, Mittelfeldmotor A. Onana humpelt mit einem Kreuzbandriss ins Stadion, Kapitän Y. Tielemans fällt kurzfristig aus, während des Spiels auch noch Torwart M. Courtois – das Schicksal meint es nicht gut mit meinen Träumen. Ja, ja, ich weiß die Weh Emm ist kein Ponyhof und wer würde schon auf einen Zuschauer wie mich Rücksicht nehmen, der nicht einmal an einem Fernsehbildschirm schaut. Belgiens Ersatztorwart lässt kurz vor Schluss einen Fernschuss nach vorne prallen, den ein spanischer Ersatzspieler abstaubt – das kann selbst Lukaku nicht mehr ausgleichen. (Coutois Gegentor in der ersten Hälfte fiel ähnlich, doch da schoss Yamal, das heißt der Abpraller war kein defizitäres Torwartverhalten, sondern unvermeidlich. Das ist ähnlich wie mit M. Neuer, wenn der einen Ball passieren lässt, war der a priori unhaltbar.)
Schade, ich meine, nichts gegen Spanien, es spielt immer noch einen gepflegten Ball und hat mit L. Yamal den noch immer besten Teenager der Welt, der regelmäßig seine Doppelbewachung vernascht, nur eben diesmal nicht trifft. Aber richtig aufregend ist die Mannschaft nicht, außerdem haben wir wieder dasselbe Halbfinal wie bei der Eh Emm vor zwei Jahren, damals gewann Spanien. Mal sehen, wie es diesmal ausgeht. Jetzt droht uns auch noch dasselbe Endspiel wie damals (Spanien gegen England), nein, das wäre kein gutes Ende. Dann doch lieber Norwegen.
Die Wahrheit über das Elfmeterdebakel
Übrigens hat Deutschland einen weiteren Schuldigen für das frühe Weh Emm gefunden, L. Goretzka soll sich geweigert haben, einen Elfmeter zu schießen, außerdem seine schlechte Laune vor dem „Kollektief“ abgekapselt haben. Leute, habt Verständnis für den Mann, der wollte sich auf der großen Bühne einem potentiellen neuen Verein präsentieren. Angeblich hat's ihm der Nagelsmann auch versprochen, dann bekommt er ein paar läppische Minuten in einem völlig kaputten Spiel. So wird jeder Notnagel zum Stinkstiefel. Außerdem hat er nicht zum ersten Mal mit Nagelsmann zu tun, der hatte ihn schon in seinem kurzen Intermezzo als Bayern-Trainer ausgekuckt und aussortiert. Damals hat er brav auf seine Chance gewartet und wieder groß aufgespielt. Doch diesmal hat er keine Zehe krumm gemacht. Nachvollziehbar, denn das hätte dem Nagelsmann den Job gerettet; nach einer Niederlage gegen den späteren Weltmeister Frankreich im Achtelfinale (sehen wir noch) hätte man ihn kaum zum Rücktritt überreden können. So war das also wirklich, was sich da so im Hintergrund abgespielt hat.
Unter dem zukünftigen Bundestrainer Klopp sollte so was nicht passieren, der hat sich in seinem bisherigen Wirken durch seine motivierende Menschenführung ausgezeichnet. Hat ja auch so was wie Sport und Mathematik oder Englisch oder so auf Lehramt studiert.